NEW ZEALAND north

Wer die atemberaubenden Landschaften bei der Film Trilogie Herr der Ringe bewundert hat, bekommt schon einmal einen guten Ausblick dafür womit Neuseeland begeistert:
Wunderschöne und vielfältige Natur, die direkt aus einem Foto Buch hätte entsprungen sein können.

Kaum hat man Berge und unzählige Wasserfälle erblickt, möchte man denken, dass es etwas Schöneres nicht geben kann. Schon kommt der nächste See mit durch und durch kristallklarem Wasser, welches zum reinspringen einlädt.

Doch nicht nur mit den Landschaften zieht Neuseeland die Besucher in seinem Bann. Für Reisende liegen die besten Bedingungen vor: Saubere Unterkünfte, wenig Verkehr, keine Händler, die darauf aus sind einen auszubeuten, viele saubere öffentliche Toiletten, ein vorbildliches Touristen-Informationsnetzwerk namens Isite mit freundlichen Mitarbeitern, keine gefährliche Tierwelt a la Giftschlangen und Spinnen und eine Menge hilfsbereiter und herzlicher Einheimischer, deren Geschichten über Neuseeland, dessen schwieriges Verhältnis zu Australien und Begeisterung für Rugby gerne lauscht.

Hört sich trotzdem noch zu langweilig an? Für Adrenalinsuchende gibt es ein ebenfalls vielfältiges Angebot von höchsten Bungeesprung der Welt (angeblich wurde das Bungeespringen hier erfunden), günstigen Möglichkeiten für einen Fallschirmsprung, bis zum Black Water Rafting in Höhlen.

Ein Land wo ein Aufenthalt nicht reicht um es in seiner Vielfalt komplett kennenzulernen, aber in welches man auch gerne erneut wiederkommen will.

Oder vielleicht auch für immer?

Nach einem sehr ruhigen Flug mit extra Freiplatz neben uns und kleiner Geschenkebox von JetStar (hat der Mann am Check in für unseren Honey Moon upgegraded), sind wir also morgens in Auckland gelandet. Sabrina ist total aufgeregt und freut sich auf das Kiwiland, von dem alle so begeistert erzählen. Ob wir wohl durch den Immigrationscheck komen? Eigentlich muss ein gültiger Rückflug vorlegt werden, den wir nicht gebucht haben. Einige kritische Fragen und Augen, aber schon bald merken wir, alle sind sehr sehr freundlich. Spürhunde schnüffeln am Gepäck und an uns, ob wir Früchte oder sonstige Lebensmittel dabei haben. Sogar nach Wanderschuhen mit evtl. Pflanzensamen daran werden wir gefragt. Dann endlich: Wir sind in Neuseeland! Auch im Eingangsbereich des Flughafens sind alle sehr freundlich und hilfsbereit, der Taxifahrer fährt uns zum gleichen Preis wie der Shuttlebus ins Zentrum.

Unsere Jugendherberge ist nicht der Bringer: ein kleines Zimmer ohne Fenster ohne Bad 76 NZD. Wir fallen aus allen Socken! Sooo teuer? Damit hätten wir eine Woche in Südostasien überlebt. Nun gut, bleiben wir hier eine Nacht. Über den Tag checken wir andere güngstige Hostels und müssen feststellen, dass unser Hostel im Vergleich doch das Beste ist.

Wir machen uns auf den Weg einen Bully zu mieten. Mehrfach empfohlen wurde uns die Firma Escape. Schöner Name, das passt gut zu unserer Reise, also gehen wir dort vorbei. Eigentlich wollten wir nur 2 Wochen buchen, nun buchen wir doch einen alten klapprigen, eigentlich aus der Flotte schon aussortierten Bully mit 470000 abgelaufenen Kilometern für 6 Wochen. Zoe macht uns ein super Angebot, pro Tag 12 Euro ohne Versicherung, unschlagbar! Eine Verischerung wäre sowieso hinfällig gewesen, eine Reperatur des Bullys hätte sich nicht gelohnt. Hugo wird gebucht, Sabrina ist total hibbelig und aufgeregt, während Sung sich schon am ersten Tag Gedanken über seine maximale Auslastung der Kreditkarte macht.

Am Nachmittag gehen wir noch den vorgeschlagenen Citywalk vom Loney Planet und stellen fest, dass Auckland neben unzähligen, teilweise sehr steilen Steigungen, sehr viele Grünflächen und eine sehr schöne Partystreet mit Designerläden und Restaurants hat. Die Stadt ist mit grossen Strassen, Ampeln die die Sekunden runterzählen und vielen Autos versehen. Die Stimmung erinnert uns an New York. Alle haben einen frischen Saft oder einen Eiskaffee in der Hand. Wir wollen auch einen, aber der Preis von 5-8 NZD schreckt uns ab. Sind noch zu sehr von den Preisen in den südostasiatischen Ländern verwöhnt.

Die Menschen sind kulturell so bunt gemischt, wie wir das noch nie erlebt haben. Alle Nationen sind vertreten. Abends fallen wir tot müde und überladen mit Eindrücken und Zukunftsvisionen von Hugo und uns ins Bett.

Im Hostel gibt es kostenloses Frühstück, haha: Toast mit Peanutbutter und Erdbeermarmelade. Das wird Sabrinas Figur nicht gefallen, Sungs dafür umso mehr. Toasts to go und ab zum Fährhafen.

Heute stehen Rangitoto Island im Osten und Devenport auf dem Programm. Rangitoto ist eine Vulkaninsel, deren Spitze man natürlich erwandern kann. Nach einer schweisstreibenen Stunde Aufstieg auf einem wunderschönen Wanderweg mit tollen Ausblicken geniessen wir die Aussichtsplattform und den Krater.
Auf dem Rückweg besuchen wir noch eine kleine Lavahöhle und stellen fest, dass unsere Taschenlampe, die wir noch in Thailand für 1,25 Euro gekauft haben nicht viel bringt. Kurz bevor wir an der Fähre ankommen, fängt es in Strömen an zu regnen. Wir suchen Schutz in einer kleinen Hütte, so wir mit den anderen ins Gespräch kommen. Zwei Frauen aus Australien schenken uns eine Box mit frischen Früchten, die wir verschlingen. Das andere Pärchen erzählt sie seien auch auf einer Weltreise, 3 Jahre lang mit dem Segelboot. Sie haben schon so viel gesehen und warten nun hier in Neuseeland die Regensturmzeit ab um dann weiter zu segeln. Sung beschliesst: So will er seine Rente auch verbringen. Da gibt es nur noch einen kleinen Haken: Seine Seeuntauglichkeit =)

Als die Fähre in Devenport hält, sind wir überrascht. Sind doch nur 10min entfernt die hohen Häuser von Auckland zu sehen und man kann den Trubel noch fast spüren, herrscht hier eine komplett andere Atmosphäre. Es ist ruhig, sehr ruhig, kleine Straßen und ausschließlich Einfamilienhäuser. Alles sieht sehr gepflegt aus. Wir streunern durch die Strassen und besichtigen einen Hügel mit Kanonen und Bunkern, die nie genutzt wurden und geniessen die tollen Ausblicke. Anschliessend besuchen wir noch einen kleinen Schokoladenladen und geniessen einen Caramelbar mit Salz. Unglaubliche Kombination!

Morgens sind wir so müde, dass wir den Wecker überhören und erst gegen 11 Uhr aufwachen. Die letzten Tage und der Flug waren anscheinend doch sehr anstrengend. Heute steht die uns empfohlende Insel Waiheke auf dem Plan. Gespannt sitzen wir schon um 12 Uhr mit Peantubutter Sandwiches to go in der Hand in der Fähre.

Auf der Insel selber fahren Busse von einer Bucht zur anderen und quer über die Insel, was die Fortbewegung sehr einfach macht. Als erstes fahren wir zum Onetangi Beach. Wir sind begeistert! Weißer Sand, blaues Meer, Sonne scheint trotz Wind und wärmt, was will man mehr. Als wir rauskommen, wird uns von einem Mann ein Handtuch zum Abtrocknen angeboten. Wir sind mal wieder völlig begeistert von der Freundlichkeit der Kiwis. Auch im Bus hat der Busfahrer extra den anderen Bus, in den wir umsteigen sollten, angerufen um ihm zu sagen, dass er auf uns warten soll. Wir geniessen eine wunderbare Stunde Strand. Aber dann wird die Sonne zu stark und der Tatendrang zu groß und wir ziehen uns zum einen wieder an und zum anderen weiter.

Schafe weiden friedlich auf der Wiese, das Abendlicht lässt alles gelblich erstrahlen. Die Klippen fallen teilweise steil ab und lassen die Brandung deutlich hören. Wir passieren kleine und große Häuschen und Villen und malen uns schon aus, wo unser Haus stehen soll. Am Abend geniessen wir von einem kleinen Kap den Sonnenuntergang und malen uns die Schönheit eines Kiwilebens aus.

Wir lassen uns am Alison Park von Busfahrer rausdroppen und wollen einen schönen Wanderweg zurück zur Fähre nehmen. Kaum angefangen zu wandern, sehen wir ein erstes Weingut, Cable Bay. Waiheke ist berühmt für seine ausgezeichneten und prämierten Weine. Alle sehr unterschiedlich im Geschmack, mal limonig, dann sehr schwer.

Cable Bay ist umgeben von einem sehr modernen Garten mit Fat Boys zum chillen und moderner Terasse mit weissen Sonnenschirmen. Mitten drin tollen kleine Kinder über die Wiese. Alles wirkt so friedlich und entspannt.

Fröhlich, vor allem Sung ist nach dem Wein sehr ausgelassen, geht es weiter und wir sind so begeistert von der Schönheit der Insel, dass wir erste Auswanderpläne schmieden. Natürlich auch für unsere Familien und Freunde!

Heute soll es endlich losgehen und wir können unseren Van abholen, der zum Campervan umgebaut wurde. Es ist ein alter Toyota, der zwar einen nicht mehr ganz so frischen Eindruck macht, aber in einem leuchtenden Mintgrün angestrichen wurde. Mit ein paar Handgriffen und mit 4 Matratzen kann man im Hinterraum eine bequemen Schlafplatz verwandeln, fast schon so wie bei Transformers.

Leider scheint es einige Startschwierigkeiten zu haben. Als wir ankommen um den Hugo abzuholen, werden wir informiert, dass das Auto den Sicherheitscheck nicht über standen hat und der Mechaniker noch einige Stunden braucht um ihn wieder fit zu machen. Traurig machen wir uns wieder auf dem Rückweg zu unserem Youth Hostel, um auf dem Anruf zu warten wann der Hugo wieder fit ist.

Am späten Nachmittag geht es dann endlich los Richtung Coromandel Peninsula, welches an der Ostküste liegt. Auf dem Hinweg fällt uns auf, dass die Gegend hier ziemlich gebiergig zu sein scheint, besonders der Hugo muss dabei leiden, der im Schneckentempo die Aufstiege zu bewältigen versucht.
Unser erster Stopp ist die kleine Stadt Whangamata, wo wir uns mit einer ehemaligen Arbeitskollegin von Sung und ihrem Mann verabredet haben. Diese haben sich ebenfalls eine Auszeit genommen und werden für ein Jahr die Welt bereisen. Als Sung dann Marcella wiedersieht, erscheint es ihm doch ein wenig unwirklich, wir sind genau am anderen Ende der Welt und treffen uns auf einen Campingplatz, einfach der Hammer!

Nach regem Austausch von bisherigen Erlebnissen, Abenteuern und Erfahrungen geht die Zeit einfach viel zu schnell vorbei und ehe wir uns es versehen ist es auch schon deutlich nach Mitternacht.

Vom Campingplatz sind wir sehr angenehm überrascht. Haben uns auf Gaskocher, Waldtoilette und Handwäsche eingestellt und finden eine toll ausgestattete Einrichtung vor. Küche mit Ofen und Herdplatten, Stromanschlüsse, heisse Duschen, Waschemaschine und sogar Trockner. was für ein Luxus.

Da Marcella und Gert in den letzten Wochen intensiv Neuseeland bereist haben, nehmen wir ihre Erfahrungen und Tipps auch im Bezug auf den Hugo dankbar an. Die beiden haben nämlich auch einen Hugo. Ein niedliches Bild, wie die beiden mintgrünen Kleinbusse nebeneinander auf dem Campingplatz stehen.

Am nächsten Morgen geht es erst einmal um die Ecke und werden von einem herrlichen Strand überrascht. Das Wasser ist zwar eisig kalt und die Wellen scheinen hoch zuschlagen, aber bei dem tollen Anblick sind wir einfach so übermannt dass Sung direkt ins Wasser springen muss. Lange halte ich es aber bei den Temperaturen nicht aus, aber jetzt bin ich erst einmal wach.

Wir verplappern unseren Morgen mit Marcella und Gert und dann geht es auch schon verspätet zu unserem nächsten Ziel Thames, welches einen guten Ausgangspunkt in das nahe gelegene Kauaeranga Valley bietet. Der Name der Stadt wurde übrigens von Captain James Cook bei der Entdeckung gegeben, weil der Fluss ihn an die englische Thames erinnert haben soll.

Weiter Richtung Coromandel Forrest Park machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit unbefestigten Strassen, für die die Versicherungen wohl nicht aufkommt. Jetzt verstehen wir auch wieso. Zahlreiche Schlaglöcher zieren den Weg, der Hugo wird ordentlich durch geschüttelt und ein Vorankommen ist mit maximal Tempo 20 möglich, Ghana lässt schön grüssen.

Kurz vor 14 Uhr geht es dann auf die beliebteste Wanderung, der wie wir später feststellen nicht so ganz einfache 6-8 stündige Wanderweg hinauf zu den Pinnacles. Regen erschwert den Weg nach oben, die aufgeweichten Wege machen das Vorankommen schwer. Ein wenig in Panik geraten wir als wir auf dem Abstieg merken, dass es mit der Zeit ein wenig knapp werden könnte und unsere körperliche Fitness doch ein wenig über schätzt haben.

Vorbei geht es an tollen Wasserfällen, wo das Wasser aus Schwindel erregenden Höhen hinunter stürzt. Wir können diese leider nicht bewundern, da uns die Zeit davon läuft. Zum Glück haben wir uns in weiser Voraussicht eine Stirnlampe zugelegt. Knappe 45 Minuten müssen wir dann im Wald im Dunkeln tappen, was eine ganz anderen Erfahrung der Sinne ist. Man nimmt Geräusche und Gerüche viel intensiver war, trotzdem hätten wir auf dieses Erlebnis gerne verzichtet. Lege mich beim Abstieg einmal lang und lande auf meinen Knöchel, zum Glück passiert aber nichts Schlimmeres.

Die Nacht verbringen wir auf einem nahegelegenen Campingplatz. Eine Holzhütte mit einer Toilette! Das wars. Müde fallen wir einfach nur noch ins Bett. Hier lernen wir unsere erste Lektion bezüglich Camping. Niemals auch nur einen Spaltbreite die Fenster für frische Luft auflassen. Am nächsten Tag werde ich von zahlreichen glücklichen Mücken an der Decke angegrinst, die sich in der Nacht ein schmackhaftes Mahl aus meinem Blut gemacht haben. Wie das juckt!

Heute geht es an die nördliche Spitze der Coromandel Peninsula, zum Coromandel Costal Walkway, von der Fletcher Bay zur Stony Bay. Der Weg führt am Rande des Meeres entlang mit tollen Ausblicken auf das weite Meer sowie unzähligen Schafen, die sich auf saftig grünen Wiesen tummeln. Hier können wir es uns gut vorstellen, dass es mehr Schafe als Menschen in Neuseeland gibt.

Das Wetter zeigt sich wieder einmal von seiner unberechenbaren Seite. Kurz kommt die Sonne durch und immer wieder schauert es. Auf dem Rückweg machen wir noch halt am Strand, da Sabrina vom Wasser so sehr begeistert ist, dass sie noch schwimmen gehen will. Allerdings kann sie aufgrund der kühlen Temperaturen nicht lange im Wasser bleiben und so bleibt es bei einem kurzen Bad. Auf dem Rückweg treffen wir per Zufall Marcella und Gert auf dem Campingplatz in Coromandel Town wieder. Die Welt scheint einfach so klein zu sein. So verbringen wir einen schönen gemeinsamen Abend inklusive kooperativem Kartenspielen mit Hanabi. Schnell ist es wieder nach Mitternacht und wir werden von einem aufziehenden Sturm mit starkem Regen überrascht. In solchen Momenten tut es einfach gut ein Dach über dem Kopf zu haben, in diesem Fall unser Hugo. Im prasselnden Regen auf dem Dach schlafen wir ein.

Der Sturm hat sich noch immer nicht verzogen und als wir uns auf dem Weg machen, rüttelt dieser deutlich am Hugo und der aus allen Wolken kommende Regen verhindert unsere Sicht deutlich. Einen schlechteren Start in den Morgen hätten wir uns nicht vorstellen können. Aber wie es so oft in solchen Momenten ist, kommt noch irgend etwas dazu. So machen wir einen kurzen Halt am Rand der Strasse, um uns nach dem weiteren Weg zu orientieren. Dann versagt der Zündschlüssel. Der Hugo springt nicht mehr an. Na super! Es regnet unaufhörlich, dazu noch der Sturm. Wohl oder übel ziehe ich mir eine Regenjacke drüber und auf geht es nach draussen irgendjemanden finden, der die road assistence, so was wie den ADAC, rufen kann. Nur wenige Sekunden draussen, schon bin ich von oben bis unten komplett durchnässt. Vor dem nächsten Auto stürze ich mich einfach auf die Strasse und bitte um Hilfe.

Glücklicherweise haben sich die Neuseeländer bis jetzt als sehr hilfsbereit ausgezeichnet und so hilft der Fahrer mit allem was in seiner Macht steht aus. Als die road assistence eintrifft, ist die Diagnose schnell klar. Eine sehr alte Autobatterie passend zum schon lange gelaufenen Auto. Er gibt uns Starthilfe und empfiehlt die nächste Werkstatt aufzusuchen und die Batterie checken zu lassen. Wir atmen auf. Zum Glück nichts Schlimmeres.

Die Weiterfahrt soll aber nicht lange dauern, kurz nach Whitanga wurden die Strassen gesperrt. Der Sturm und der starke Regen haben die Flüsse dermaßen übflutet, dass einige Strassen gesperrt werden mussten. Der Rettungsdienst war wohl im fleißigen Einsatz, weil Autos im Wasser stecken geblieben sind. Dann ereilt uns noch die Nachricht, dass hinter uns wegen des selben Problems auch die Strassen gesperrt wurden. Na toll, wir können von der Coromandel Peninsula weder rein noch raus, sind gefangen wie eine Maus im Käfig. Wir fragen nach ob so etwas häufiger passiert, was bejaht wird. Auf die Frage warum an den kritischen Stellen keine Brücke gebaut wird, kommt die Antwort, dass es soviel bürokratischen Aufwand bedarf, dass es Jahrzehnte für eine Bewilligung dauern würde.

Nach ein paar Stunden wird Jeeps die Weiterfahrt durch die noch immer völlig überflutete Strasse freigegeben. Autos können auf eigene Verantwortung weiterfahren. Wir warten noch etwas. Hat uns der Mann von der road assistance dringend davon abgeraten durch Wasser zu fahren, da unser Motor sehr tief, nämlich unter dem Beifahrersitz sei.

Nach einigen Stunden Warten entschließen wir es einfach zu versuchen, da bald wieder die Flut ansetzt und der Wasserpegel wieder höher ansteigen würde. Wir legen einen niedrigen Gang ein und bekommen, neben vielen gedrückten Daumen der anderen Wartenden den Ratschlag auf keine Fall im Wasser anzuhalten. Hoffentlich geht das mal gut.

Unter unserer Fußablage fühlen wir deutlich wie das Wasser versucht sich einen Weg zu bahnen, aber glücklicherweise behalten wir trockene Füsse.

Treuer Hugo!

Die Strapazen am heutigen Tag verarbeitet, gönnen wir uns einen schönen Abend in Hahei, wo es die legendäre Cathedral Cove gibt, die uns Marcella und Gert empfohlen haben. Die Cathedral Cove ist ein riesiger steinerner Torbogen, der bei Ebbe durchwandert werden kann.

Aber dann kam die Flut doch schneller als gedacht und als wäre ich heute nicht schon nass genug geworden, gehe ich dann unfreiwillig noch einmal baden und muss den ganzen Rückweg in meinen nassen und kalten Klamotten antreten. Glücklicherweise hat hat Sabrina ein gutes Herz und stellt mir ihren Schal und Jacke zur Verfügung. Es lohnt sich auf jeden Fall zu heiraten!

Abends empfangen wir noch eine E-Mail von Gert und Marcella, in der sie schreiben, dass sie ihre Tour für heute wegen des Unwetters abgesagt haben. Sie hoffen, dass wir so vernünftig waren und heute nicht weitergefahren sind. Das lasse ich einfach mal unkommentiert. Bei ihnen wurden auch die Strassen gesperrt.

Auf der anderen Seite laden hübsche Felsformationen zu schönen Fotos ein.
Weiter geht es zum Hot Water Beach, der dafür berühmt ist, dass man sich hier sein eigenes Thermalbad schaufeln zu kann. An einer bestimmten Stelle am Strand, die kurz vor und nach Ebbe freigegeben wird, braucht man nur ein wenig zu buddeln und wird mit richtig von geothermischen Aktivitäten aufgehitztem Wasser belohnt. Das Wasser ist so heiss, dass man es mit dem kalten Wasser vom Meer mischen muss, um es aushalten zu können. Ein so faszinierendes Phänom, dass es kurz vor Ebbe am Strand nur so von Touristen wimmelt.

Über einige kurvige Berge geht es dann auch schon raus aus der Coromandel Peninsula, was man direkt an den deutlich angenehmer befahrbaren Strasse merkt, sprich es ist nicht mehr so kurvig und geht auch nicht mehr so hoch und runter.

Unser nächstes Ziel ist Te Aroha, eine kleine 3800 Einwohnerstadt. Der Name heißt wörtlich die Liebe. Und liebenswert ist dieser Fleck allemal. Es lockt mit entspannenden Thermalbädern und einer tollen Wanderung zum Mount Te Aroha. Für die Spitze reicht es leider nicht, dafür ist der Tag schon zu fortgeschritten, aber wir genießen einen schönen Wanderweg auf dem Weg zum Gipfel, wo man eine gute Aussicht aus das Umland hat.

Hier sehen wir sehr gut, was der Sturm angerichtet hat. Zahlreiche Gebiete sind überflutet und einige Bäume wurden mitgerissen. Da bekommt man schon Ehrfurcht vor der gewaltigen Macht der Natur, wenn man dieses Ausmaß sieht. Der restliche Abend wird dazu genutzt, um in die Geysirstadt Rotorua zu kommen. Schon bei der Einfahrt kommt uns ein unverwechselbarer, schwefliger, nach faulen Eiern riechender Geruch entgegen. Die Stadt gilt auch als eines der bevölkerten Gebiete der Maori, der Ureinwohner Neuseelands.

Wir sind in einem Campingground mit einem kurzen Fussmarsch von Hanhei Beach entfernt, was wir am morgen auch direkt ausnutzen wollen.

So geht es fröhlich in die Wellen, die aber ganz schön gewaltig sind und trotz des unglaublich klaren Wassers und der tollen Landschaft nicht zum langen Verweilen einladen.

Hatten uns extra früh den Wecker gestellt, aber als wir den Regen auf unseren Hugo prasseln hörten, haben wir uns einfach noch einmal umgedreht. Eine Stunde später schien die Sonne. Gleich neben dem Campingplatz dampfte und brodelte ...und stank es! Überall waren kleine blubbernde Pfützen oder Schlammlöcher zu finden. Dahinter ein großer stinkender See. Auf dem Weg ins Maoridorf haben wir einen Samstagsmarkt gefunden, auf dem wir uns für nur 14 NZD reichlich mit Gemüse eindecken. Gleich neben dem Markt konnten wir weitere vulkanische Besonderheiten beobachten. Sabrina wurde schon allmählich übel vom ständigen faule Eier Geruch.

Im Maoridorf Whakarewareware Thermalvillage mit seinem Geysir Pohutu haben wir als erstes eine Tanzveranstaltung gesehen. Unglaublich eindrucksvoll haben jeweils drei Männer und Frauen gesungen und getanzt. Sie waren mit relativ schlichten Röcken gekleidet und die Frauen trugen zusätzlich noch ein Top. Die Farben waren weiß, rot und schwarz. Die Frauen trugen über dem Rock eine Art Kettenrock aus Flachs. Mit verschieden langen Stäben, die sie sich zuwarfen, oder kleinen Bällen an Seilen,die sie geschickt gegen ihren Körper prallen ließen, gaben sie den Rhythmus vor während ein großer sehr kräftiger Maori Gitarre spielte. Während sie tanzten, streckten sie die ganze Zeit die Zunge raus und machten sehr große Augen... Beängstigend! Sie führten sogar den Haka-Tanz vor. Früher wurde er vor einem Kampf getanzt um sich darauf vorzubereiten. Lauter Gesang zu lautem Klatschen auf die Brust und stampfen. Wir saßen ganz vorne auf dem Boden und konnten den Boden vibrieren spüren. Die Vorstellung wie auf diese Weise früher der Gegner im Krieg und heute vor Rugby Spielen eingeschüchtert werden sollten, war leicht nachzuvollziehen.

Im Anschluss machten wir noch eine Führung durch das alte Dorf, auch hier brodelte es an jeder Ecke. Die Menschen haben sich die Geothermik zu nutze gemacht und nutzen so die heißen Quellen um zu baden, Wäsche zu desinfizieren, Nahrung zu kochen und zu dämpfen und als Fußbodenheizung der Häuser. Wir bekommen erzählt, dass die Eltern von fünfjährigen Maorikindern entscheiden müssen, ob sie es auf eine staatliche Schule oder eine Maori Schule schicken wollen. Selbst zwei Maori Universitäten gebe es im Land. Aber er sehe nur wenig Zukunft für die Maori. Ohne die finanzielle Unterstützung durch das Land könnten sie nicht übberleben. Es gäbe kein Geld zu verdienen in der Welt der Maori. Das Tätowieren stellt bei den Maoris eine Kunst dar, welches man vielleicht schon auf internationaler Bühne bei Vollkontakt kämpfen oder Rugbymatches, wo es berühmte Maoris gibt, gesehen hat. Sie heißt ta moko und ist meist im Gesicht oder auf den Hüften zu sehen. Muster wurden traditionell mit Meißeln aus Knochen eingeritzt.

Spannend ist auch wie sie sich begrüßen, dabei wird gegenseitig der Lebensodem ausgetauscht: Mit Berührung der Sitrn und der Nase. Die Familienbindung spielt ebenfalls eine grosse Rolle. Wir erfahren, dass es in der Sprache der Maori alle Vokale aeiou aber nur 7 Konsonanten gibt, die dann mit den Vokalen gemischt werden.

Heute geht es in Richtung der Adrenalinactionstadt Taupo. Auf den Weg schauen wir im wai-o-Tapu Thermal Wunderland vorbei. Ein sehr touristischer kommerzieller Betrieb, der aber mit einer tollen geothermischen Landschaft besticht. Das Wasser hier ist bis zu 300 Grad heiss, so dass es die Mineralien aus dem Gestein absorbiert und auf die Oberfläche bringt, mit dem Ergebis , dass nun Touristen die mineralgefärbte farbenfrohe Landschaft bestaunen dürfen. Wir lernen viel über die Farben was mich doch sehr an den Chemieunterricht in der Schule zurück erinnert. Hätte mich Irina nicht immer mit lustigen Anekdoten, die sicherlich eine gelungene Abwechslung zum Chemieunterricht waren, abgelenkt, hätte ich bestimmt viel mehr behalten.

Rot und braun also ein Zeichen für Eisen, lila für Magnesiumoxid, grün für Sulfid, gelb für Schwefel. Interessant, vage kommen die Erinnerungen zurück, was passiert noch einmal bei der Verbrennung von Magnesium über dem Bunsenbrenner? Ja, es enststeht eine lila Flamme...

Die Aussichtsplattformen sind mit charakteristischen Namen versehen. So heißt eine Plattform die Tinte des Teufels und wenn man seiner Fantasie freien Lauf läßt, sehen die Ansammlung von blubbernden Schlammtümpeln wirklich so aus. Am beeindruckensten ist das Bad des Teufels, ein knallig neongrüner Teich oder die Palette des Künstlers. Hier zeigen verschiedenste Mineralien ihre leuchtenden Farben und vereinigen sich zu einem malerischen Bild.

Weiter geht es zum lady knox Geysir, der mit einem Stück Seife künstlich dazu provoziert wird auszubrechen. Wenige Minuten nach der Zugabe der Seife, fängt der Vulkan an zu schäumen. Der Schaum läuft über und wird mehr und mehr und plötzlich schießt der Schaum einige Meter hoch in die Luft. Da der Wind ungünstig steht, werden wir teilweise naß.

Die Region um Taupo zeichnet sich eindeutig durch die Bewegungen unter der Erdoberfläche aus. Bei den Huka falls fließt der Waikato, Neuseelands längster Fluss, durch einen engen Kanal und wir zu einem Wasserfall.

Zahlreiche Touristen tummeln sich auf der Aussichtsplattform, Grund genug den Ort schnell wieder zu verlassen.

Gegen Mittag treffen wir dann in Taupo an und verbringen den restlichen Tag mit der Organisation der nächsten Tage.

Wir fahren noch zu den nur ein paar Kilometer entfernten Flughafen um an einem Fallschirmsprung teilzunehmen, Sabrinas Herzenswunsch und meine absolute Alptraumvorstellung. Mit Höhen kann ich sowieso nicht gut und dann noch freier Fall... Beides eine sehr ungünstige Kombination.

Aber was tut man nicht alles für seine Frau. Brav fahre ich die Fallschirmanbieter ab, die sich wie es scheint bei den Preisen abgesprochen haben. Eine Ermäßigung ist nicht möglich und der billigste Sprung aus 12.000 Fuß kostet 250 Neuseeland Dollar. Innerlich hoffe ich, dass der Sprung direkt möglich ist um es so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Ich weiss genau, dass wenn der Sprung erst in den nächsten Tagen geplant wird ich bis dahin nachts kein Auge zumachen werde.

Innerlich spielt sich schon letzt immer wieder der freie Fall ab, die Sicht auf den unendlich weiten Boden. Schon bei den Gedanken daran wird mir schlecht!

Aufgrund schlechter Wetterbedingungen wurden heute unglücklicherweise alle Sprünge abgesagt. Katastrophe! Dann eben morgen früh. Hoffentlich hält das schlechte Wetter noch einige Tage.

Der Morgen kommt. Wache schon mit Herzklopfen um 5 Uhr morgens auf. Prasselnder Regen auf dem Dach unseres Vans. Erleichterung. Der Sprung wird wohl heute ebenfalls nicht stattfinden können. Sabrina erwacht um 7 Uhr morgens. Sollten eigentlich um 7:30 Uhr zum Fallschirmsprung abgeholt werden, aber der Regen ist beständig und draussen herrscht Weltuntergangs Stimmung. Ungläubig stürmt Sabrina trotz Regens zur Telefonzelle.

Unglaublich, sie scheint sich wirklich darauf zu freuen und überhaupt keine Furcht zu haben. Als sie wieder zurück in den Van klettert, kann ich an ihrem enttäuschten Blick herauslesen, dass der Sprung auch heute wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Ich versuche Sabrina zu trösten, hoffentlich bleibt das Wetter so.

Aber wie so oft in solchen Situationen gibt es eine überraschende Wendung. Eine Stunde spaeter hat sich das schlechte Wetter verzogen und ein strahlend blauer Himmel öffnet kurzzeitig ein Fenster um einen unvergesslichen Fallschirmsprung zu ermöglichen. Ein weiterer Anruf in der Agentur und es steht fest, wir springen heute aus dem Flugzeug. Sie sind bereits unterwegs um uns abzuholen. Zehn Minuten spatter fährt eine Stretchlimosine mit der Aufschrift skydiving vor. Nun gibt es kein zurück mehr.

Ein safetyviedeo und eine Erklärung, dass man über das Auftreten von Verletzungen bis hin zum Tode aufgeklärt wurde, entspannt nicht sonderlich, dazu kommt noch eine Werbeeinblendung für eine Videoaufnahme beim Fallschirmsprung. Dabei sieht die Person die springt, übringens eine Koreanerin, keinesfalls so aus als hätte sie Freude während des Sprungs gehabt, sondern eher deutliche Panik, die auch während des Sprungs deutlich aus ihrem Geisht herauszulesen war. Na toll, haben sie nicht irgendetwas zum Beruhigen, irgenwelche Benzos? Hätte ich bloß mal was eingesteckt.

Der Spruch vom instructor, die Leute mit der meisten Panik geben die besten Videos ab, ermuntert nicht weiter.

Wir werden mit Gurten versehen, der Motor des Flugzeugs wird angelassen. Einsteigen, jetzt noch weglaufen?! Zu spät, das Flugzeug steigt in die Höhe, die Luft wird dünner, versuche meine Haube zu lockern, Kriege immer weniger Luft. Dann wird die Klappe zum Absprung geöffnet. Sabrina grinst, sie streckt ihr Füsse raus, man kann deutlich erkennen das der Wind die Füße wegzieht, kurzes innehalten, dann ist Sabrina mit einem Freudenschrei verschwunden. Oh Mann jetzt bin ich dran. Was in diesem Moment alles durch meinen Kopf geht!! Kurzes durchatmen. Der Boden sieht so unglaublich fern aus. Dann hat mich mein Guide auch schon hinaus katapultiert.

45 Sekunden freier Fall. Fühlt sind an wie ein Augenzwinkern. Ich fliege! Der absolute Wahnsinn! Dann der Fallschirm, ab jetzt nur noch den tollen Ausblick über die atemberaubende Umgebung Mittelerde genießen. Unten wartet schon mit Glückhormonen überflutet Sabrina. Ein unbeschreiblicher Moment. So wie beim Ja-Wort bei der Hochzeit. Nun ist alles möglich, ich könnte Bäume ausreissen!

Den Rest des Tages wird damit verbracht das Erlebnis zu verarbeiten. Wir leihen uns Fahrräder und fahren noch bei gutem Wetter den See von Taupo entlang. Wunderschöner Fahrradweg am Rande des Sees.

Hole in One Challange: für einen Euro pro Ball kann man versuchen mit einem Schlag auf das Golfloch auf der kleinen Insel einzulochen. Bei Erfolg winken 100000 Dollar!

Dieser kleine Junge ist ehrgeizig dabei und schafft es fast die Plattform zu treffen.

Das Tongariro Alpine Crossing wird als eines der schönsten Eintageswanderungen auf der Welt beschrieben. Entsprechend erwartungsvoll starteten wir am Ausgangspunkt. Knapp 20 km waren eingeplant und sollte malerischen Ausblicke auf die aktiven vulkanischen Gebiete des Nationalparks bieten. Der Weg fängt sehr entspannt an, ideal um sich aufzuwärmen und schlängelt sich das Mangatepopo Tal hoch. Wir haben viel Glück mit dem Wetter. Der morgendliche Nebel lichtet sich als wir zum ersten Höhepunkt kommen, dem Mount Ngauruhoe. Dieser stellt den perfekten Vulkan dar, eine schöne Kegelform mit symmetrischen Hängen. Den Cineasten ist dieser Berg als der Schicksalsberg von Herr der Ringe besser bekannt. Am South Frater entlang geht es dann auch schon zur höchsten Stelle des Tracks, der Red Crater mit einer Höhe von 1886m. Man merkt deutlich die durch die Höhe bedingte kältere Temperatur.
Ab jetzt ist nur noch genießen angesagt, der weitere Weg führt an malierschen farbigen Seen vorbei, den Emerald Lakes und dem Blue Lake.

Was für eine Wahnsinns Aussicht und was für leuchtende Farben! Wir sind uns einig, dass diese Wanderung ihren Titel eines der Schönsten zu sein zu recht verdient hat.

Trotzdem wir insgesamt knapp 8 Stunden unterwegs sind, vergessen wir vollkommen die Zeit. Die Zeit vergeht bei der Schönheit der Umgebung wie im Fluge.

Beim Abstieg haben wir noch eine schöne Aussicht auf dem Lake Taupo, den wir gestern zum einen im freien Fall aus dem Flugzeug und zum anderen während der Fahrradtour genießen konnten. Hier werden uns erst seine Ausmaße bewusst. Der See füllt den kompletten Horizont.

Den restlichen Tag verbringen wir im Regen fahrend nach Martinborough. In der Stadt angekommen, merken wir erneut wie freundlich die Neuseeländer sind. Wir fragen nach dem Weg zum Campingplatz und das Paar, das gerade auf dem Weg ist zu einem Café lädt uns spontan ein ihnen einfach anzuschließen und gemeinsam zu Abend zu essen.

Die neuseeländische Freundlichkeit setzt sich auf dem Campingplatz fort: Wir treffen auf eine Familie, Leon, Wendy und ihr 11 jähriger Sohn Carl, alle ursprünglich aus Südafrika, den es so gut in Neuseeland gefallen hat, dass sie direkt hier geblieben sind. Ich bekomme direkt etwas von ihrm Steak was vom BBQ übriggelieben ist, angeboten.

Machen einen freundlichen entspannten Eindruck. Ihr Sohn besuche keine staatliche Schule, vielmehr achte die Schule darauf, dass ihre Schüler selber kochen, die Zutaten in ihrer Ursprungsform kennenlernen. Es sei doch schrecklich, dass niemand mehr wisse, wie eine Tomate aussehe oder andere Sachen wie Fleisch und Fisch in ihrer Ursprungsform. Die Familie lädt uns freundlich ein sie doch besuchen zu kommen, sie würden an der Ostküste nahe am Stand wohnen, Gästezimmer und Fahrräder hätten sie. Letztes mal hätte sie ein Paar aus Israel eingeladen, denen es so gut bei Ihnen gefallen habe, dass sie sie zwei Wochen geblieben seien.

Von so viel Gastfreundlichkeit sind wir wirklich verwundert. Es scheint sehr ehrlich und herzlich gemeint zu sein, und wir haben Schwierigkeiten es anzunehmen. Wer würde denn von uns jemanden den er gerade kennengelernt hat direkt zu sich einladen und kostenlos Unterkunft und Essen für mehrere Tage zu Verfügung stellen? Oder machen wir auf andere den Eindruck armselige Reisende zu sein, um die sich gekümmert werden muss?

Aus ihren Worten folgen Taten. Sie notiert Telefonnummer und Adresse auf einem Blatt, über reicht sie uns und bietet an jederzeit in Kontakt treten zu können, wenn wir wollen. Gerührt nehmen wir ihre Adresse an.

Wau … im Van aufgeweckt werden vom Sonnenaufgang... Das ist was besonders Schönes! Wir kriechen aus unserem Van und geniessen die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Aber trotz der Sonnenstrahlen ist trotzdem einfach nur kalt. Aber soo schön!

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit einer extra Portion Porrige (Sabrina hat aus versehen die doppelte Portion Wasser ins Porrige gekippt, so dass sie dann noch einmal Porrige nach kippen musste) und lustigen Gesprächen mit Leon, Wendy und Carl vom gestrigen Abend, wollten wir uns Fahrräder ausleihen um die Bike & Wine Route zu fahren.

Hier im Martinsborough ist eines der besten Weinanbaugebiete in Neuseeland. Das muss getestet werden! Da wir uns beim Frühstück mit Wendy und Leon verquatscht haben, sind die Räder an der Rezeption unseres Top 10 bereits alle verliehen. Wir sind wohl nicht die einzigen, die diese Route bei dem schönen Wetter fahren wollen.

Das Stadtzentrum wird von einem kleinen Platz mit ein paar Häusern begrenzt. Leider geht es nicht wie in Bad Neuenahr über Wanderwege, sondern über Straßen. Die sind aber ein Glück so wenig befahren, dass es nichts ausmacht. Rechts und links nur Reben, die Blätter leuchten golden in der Morgensonne... Ein schönes Bild.

Das erste Weingut auf unserer Strecke ist das Te Kairanga mit einem schönen gemütlichen Weinkeller. Besonders der Garten mit den Picknickbänken und Holzstühlen unter den herbstlichen rot gefärbten Baümen sticht hervor. Für 5 Dollar kann man hier mehrere verschiedene Weine der Winzerei ausprobieren, ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis.

Besonders der fruchtige Chardonnay scheint es Sabrina angetan zu haben. Das Vorhaben mindestens 3 Weinproben mitzumachen wird verworfen, wir sind einfach keinen Alkohol gewöhnt und entschließen uns zumindest die Weinkeller der Winzereien zu besichtigen.

Die nächste Winzerei ist das Tirohana. Schon der Eingang durch die Weinfelder und der Springbrunnen begeistert, der Raum der Verköstigung ist eher altertümlich gehalten und mit Holz verkleidet, al fresco Terrasse und einen schönen Ausblick auf die Weinfelder. Wie unterschiedliche Winzereien eingerichtet sein können.

Schubert Wines soll eines der besten Pinot noir des Planeten herstellen, aber die Atmosphäre begeistert nicht. Ein ziemlich enger Raum, ziemlich steril eingerichtet. Manchmal ist doch das Auge wichtig. Da hilft es auch nicht den besten Wein herzustellen.

Am Mittag geht es weiter in den Süden an die Wairarapaküste zum Cape Palliser. Über mehrere kurvige Strassen geht es bis zu einem Leuchtturm, der aussieht wie aus dem Bilderbuch. Rot weiss gestreift auf einer schroffen Felsklippe über dem Meer trohnend.

Über 250 Stufen geht es dann aufwärts zum Leuchtturm, von wo man eine herrliche Aussicht über das Meer genießen kann. Eine übelriechende Robbenkolonie hat sich am Fuße des Leuchtturms breit gemacht und genießen faul auf der Seite liegend die Sonnenstrahlen auf deren Bäuchen.

Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher bei den Putangirua Pinnacles, einer kalksteinigen Felsnadelformation mitten in einem Wald liegend.

Der Regen hat wohl die obersten Schichten abgewaschen und die Felsen, die darunter lagen, freigemacht.

Mittagessen an einer Bucht auf den Weg zu den Putangirua Pinnacles. Käse-Ramen verziert mit Extra-Käse und Oliven. Unschlagbar! =)
Zum Abend kommen wir gerade rechtzeitig zum Spiel in Wellington an. Verzweifelt versuchen wir einen nahen Parkplatz zum Stadium zu bekommen, aber unter 30 Dollar finden eir erst einmal nichts. Ein kleiner Parkplatz ein wenig außerhalb gewährt uns einen Platz für 15 Dollar und die Nachfrage, ob wir einfach bis zum nächsten Morgen auf dem Parkplatz stehen dürfen, wird bejaht. Super, so haben wir das Geld für einen weiteren Campingplatz gespart. Hatten schon hin und her über legt wo wir heute übernachten können, der günstigste Campingplatz fängt in der Stadt ab 50 Dollar an, nichts für Budgetreisende. Zumal wir ja am nächsten Morgen früh zum Hafen fahren müssen.

Günstig sind dafür die Karten für das Spiel. 20 Dollar pro Stück. Man erklärt uns, dass wir uns auch nicht so genau an die Plätze halten müssen. Sobald wir sehen, dass ein Platz unbesetzt ist, könnten wir uns auch getrost umsetzen.

Das Spiel erscheint für den unwissenenden Außenstehenden, der zum ersten Mal ein Rugbyspiel sieht, sehr brutal. Die Spieler haben keinerlei Protektoren und werfen sich gegenseitig so um, dass es alleine beim zuschauen grosse Schmerzen auslöst. Beine werden gnadenlos weggerissen, Rugbyspieler fliegen durch die Luft. Trotzdem kommt eine gewisse Faszination auf wie sich diese Kampfmaschinen, denen man besser nicht nachts im Dunkeln begeben will, grazil über das Spielfeld bewegen.

Das Spiel endet mit einem deutlichen Sieg für das neuseeländische Team. Wir lassen uns erklären, dass die Rivalität zwischen Australien und Neuseeland so ähnlich wie bei einem Spiel Deutschland gegen Italien oder Niederlande sei. Trotzdem herrscht im Stadium eine sehr entspannte Atmosphäre. Fast zu entspannt.

Die Fans zeigen nur sehr verhalten Begeisterung, Hass Gesänge oder Wutausbrüche gibt es gar nicht. Was sehr bemerkenswert ist, ist das Verhalten der Rugbyspieler. Nach dem Spiel bedanken sie sich ausgiebig bei ihren Fans, kommen auf die Tribüne , geben hier und da ein kleines Schwätzchen, nehmen sich geduldig Zeit für Autogramme und Fotos. Sehr beeindruckendund persönlich. Natürlich wollen auch wire in Foto mit einem Spieler. Als wir sie von unseren Zuschauerplätzen gesehen haben, haben wir schon gedacht, dass die Spieler riesig und mega monster stark sind. Aber jetzt, wo sie nassgeschwitzt direct neben einem stehen, kommen sie einem noch größer vor.

Begeistert vom Spiel nehmen wir uns noch Zeit für einen kurzen Spaziergang durch die Innenstadt, die in grossen Teilen am Abend ausgestorben scheint. Dann finden wir am Hafen noch einige schicke Bars, die von hippen Einheimischen gerockt wird. Wellington macht auf jeden Fall einen stylischen Eindruck. Geschlafen wird heute auf einem Parkplatz am Hafen, wo campen eigentlich verboten ist. Aber auf dem offiziellen Parkplatz verlangen sie 50 NZD... Die sparen wir uns.



One comment

Ju-Young September 04, 2014, 11:48 AM
hahaha mjammjam cheese ramyun =)
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