FN Nordstadt, August '18

Franziskus Platz

Den gibt es zwar laenger als uns in der Stadt aber gerade mal ein Jahrzehnt. Nun sol er schon wieder umgestaltet werden. Ich komme da eigentlich selten hin, aber den huebschen und dezenten Pusteblumenbrunnen wollte ich wirklich mal fotografieren, bevor sie ihn ersetzen...

Brunnendetail.

Ich mag diese Pusteblumeneffekte, und auch wie das die Luftfeuchtigkeit veraendert. Leider gilt der als nichssagende Deko und soll durch irgend einen mit Fasnachtsmotiven ersetzt werden. Ich dachte Seegockel und das ganze merkwuerdige "fuenfte Jahreszeit" Spektakel wird schon im Buchhornbrunnen gewuerdigt?

Blick hinauf von den Stufen an der Eisenbahnunterfuehrung auf den Komplex der Liebenaustiftung von der Seite. Das Begruessungskommitee steht oben splitternackt, dafuer das ganze Jahr ueber mit Winterstreu Truhe.
Der heilige Franz

Koennte sein, bei Zeffirelli hatte er ja mal eine Nacktszene mitten auf einem Platz, und das Gelaende heisst ja Franziskusplatz seit die Liebenaustiftung das neue Altenheim so getauft und hingestellt hat. Aber Googlen brachte hier seltsamerweise nix zutage ueber die nackte Mannsgestalt, die Absicht dahinter oder zumindest den Kuenstler.

Weiter zur Kreuzung Erst Lehmann Strasse und Hofener Strasse. Hier finden wir diese befreundeten Nachbarinnen aus Ziegeln, Moertel und Kacheln. Sie sitzen da und sehen sehr sozial aus -- aber nur zueinander. Sie gehoeren zu einem groessenen Assemble von einem Kuenstler namens Klaus Schulze. Das sieht mehr aus wie eine Mischung aus Siedlungstreff, Kinderspielplatz und Kreisvekehr, ist aber eigentlich ein Mahnmal ueber soziale Strukturen in der Nazizeit. Um das herauszufinden muss man sich allerdings mehr als nur ein wenig bemuehen.
Die bunte Hinterteile der Ziegelweibchen. Aus der naehe sieht man wie die Lasuren der Kacheln schon langsam aufgeben.Sonst sind die Damen an den gewollt rustikalen Heimatstil der alten Eisenbahnersiedlung aus den 20ern bei aller Orginalitaet genial gut angepasst.
Ein maennlicher Nachbar. Der scheint sich mehr fuer das Weltgeschehen zu interessieren, liesst aufmersam in der grossen Keramikzeitung fuer die Keramikmenschen. Der Kunstler hat sich wirklich bemueht-- so etwas wie eine Zeitung in diesem Medium, das gibt es nicht oft zu sehen.....
Aus diesem Winkel kann man sehen das er den politischen Gefangenen an sich genau im Blick hat. Er muss nur mal ueber den Rand der Zeitung sehen. Ob er das wohl tut und den absichtlich observiert, oder nur die Zeitung spannend emfinded und den Typ mit den Haenden hinter dem Stuhl einfach nicht so sehr? Der koennte ja auch so dahocken weil er etwas Kreuzweh hat oder sich genuesslich Streckt, wenn man vom Verhalten der anderen Figuren auf einen positiveren entspannten Kontext schliesst.
Der poltischer Gefangene

Allerdings, so wie er da sitzt wird er gerne zum darauf klettern oder hocken genutzt, von Leuten denen gar nicht auffaellt das er wohl fuers Verhoer oder Erschiessungskomando an den Stuhl gefesselt sein soll, nur dass auf diesem Figurenschoss wegen der Arme hinten der meisste Platz ist. So ohne Geschichtstafel mit direktem Bezug kann man das auch durchaus verstehen, dass zufaellig vorbei kommende die gesammte Mahnmalgruppe mit den Figuren und leeren Baenken als orginellen Rastplatz mit Deko ansehen. Ich musste 14 Jahre in dieser Stadt wohnen und (erst nachdem ich das Ding das ich fuer mich "das Verkehrsrondell mit den Ziegelmenschen" nannte mal fotografiert hatte) online Suchaufwand betreiben, bis ich was drueber herausfinden konnte. Es war halt 2004 schon da, so nie wirklich ein Thema in der Lokalpresse das ich bemerkt haette.
Man muss sich erst durch ein sehr langes PDF "Sanierung Altstadt und Noerdliche Innenstadt 1986-2006" lesen, so dass man etwas Info erhaelt. Hat man mal den Namen von Objekt und Kuenstler , findet man auch leicht den Rest heraus. Vieleicht geht es auch leichter wenn man gleich vom Strassennamen ausgeht und "Fridolin Endrass" eingibt, aber dazu muss an der Lehmann-Hofener Stassenkreuzung einen dritten Stassennamen vermuten oder vor Ort zufaellig bemerkt haben. Sehen jedoch tut man ihn nur in echt riesiger Aufloesung in unserem interaktiven Stadtplan. Das Haus in dem der Wiederstandskaempfer lebte fanden wir, allerdings auch nur zufaellig, beim weitergehen.

Heimatstil Wohnblock

Einer der renoviert wurde so das es aussieht wie er wohl auch ganz neu gewesen ist. Keine laminierten Panele und Rolladenkaesten, sondern alles echte Schindeln und Holzfensterlaeden mit verschiedenen ausgesaegten Herzchen und Bluemchenschablonen. Beim naeher kommen stellt sich heraus, da ist eine braune bronze Gedenktafel, mittig im schwarzen Schatten eines Baumes, und leider auch etwas zugeparkt. Ich hatte Glueck, das mich der alte Wohnblock und sein toller Zustand neugierig gemacht hatten, so dss ich das Schild bemerkte und zum lesen naeher trat, aber auch so brachte ich das erst auch nicht mit der Ziegelfigurengruppe tiefer im Viertel in Verbindung.

Eine wertig aber dezent wirkende Kupferplatte tief im Schatten erzaehlt eine traurige Geschichte, aber da ist keine der einheitlichen blauen Historientafeln an der ueblichen Stelle am Haus, wie man es bei beim Stadtrundgang bei den Wohnsitzen besonderer prominenter Buerger sonst erwartet und auch von weitem gleich sieht.
Im alten Eisenbahnerblock um die Ecke in den Innenhof geschaut. Hier gibt es Rollaeden und grosszuegige blickdichte Balkonbalustraden. Das ist weniger authentisch vermutlich als aussen, aber fuer moderne Anwohner sicher nett und bequem, und schaut auch nicht schlecht aus.
Wenn wir schon mal im Bahnerquartier waren und wieder richtung Gleise gingen: Ein Gebaeude vom hinteren Bahnhofsgelaende. Nicht der attraktivste Ort in der Stadt, aber ich dachte das hier schaut ganz huebsch aus, trotz Grafittysternchen.
Der Wasserturm vom Gueterbahnhof.

1901 wurde der gebaut und liegt etwas zwischen neueren Zweckbauten versteckt.

Geschichtspfad Tafel

Die hier handelt vom ehemaligen Eisenbahnausbessungswerk wie man sieht. Dass das der Arbeitsplatz vom Wiederstandskaempfer Endrass war, sagen sie aber auch nicht im Text, ich weiss es erst aus einem alten Zeitungsartikel ueber ein anderes Denkmal in seinem Geburtsdorf.

https://www.schwaebische.de/home_artikel,-_arid,6621.html



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