Lore Ley
Ein Abenteuer
Nach der mehr oder weniger erfolgreichen Erprobung des neuen Schlauchbootes am Vorabend wollten wir also am ersten Mai auf Anraten von Bekannten ein Stück den Rhein hinunterfahren.
Da das Originalzubehör schon nach einer Stunde Bodensee den Geist aufgegeben hatte, borgten wir uns einen Satz stabile Paddel.
Um dem Boot ein wenig Erholung zu verschaffen, hatte ich am Abend etwas Luft abgelassen, damit es sich etwas entspannen könne. Der relaxte Zustand ist daher nicht weiter besorgniserregend.
Bestens gelaunt und ausgestattet und voller Tatendrang packen wir Boot und Besatzung ins Auto und verreisen mal eben in die Schweiz, ein weithin bekanntes Bootsfahrerparadies.
Läuft ja wie geschmiert: Parkplatz gefunden, Rheinufer gefunden, Boot nochmal ordentlich aufgeblasen und los geht's!
Fast zu gut, aber schließlich finden wir dann doch einen Punkt, um uns wieder ein bißchen auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen... Auf welcher Seite der Baken dürfen wir fahren, und welche ist für die "Großen" reserviert?
Nach einer kleinen Auseinandersetzung und einer Beinahekollision mit dem Ausflugsdampfer ist die Stimmung erstmal etwas gedämpft...
... aber Sonne, Wind und Wellen tun das ihre, und schnell sind Streit und Zank vergessen.
Nach nicht allzu langer Fahrt taucht die erste Herausforderung am Horizont auf - eine Brücke, die es zu unterqueren gilt... ohne mit dem Ausflugsdampfer oder den Brückenpfeilern zu kollidieren.
Die Begegnung mit der Brücke verlief unspektakulär, auf der anderen Seite angekommen jedoch überstürzten sich die Ereignisse. Zuerst noch harmlos schien uns eine Begegnung mit etlichen Nixen und Nöcken, die sich im Nass neckten. Folgenreicher dagegen war die innige Bekanntschaft mit der Bugwelle eines Motorbootes, die für einen Wassereinbruch und leicht durchfeuchtete Beinbekleidung sorgte. Bei der anschließenden Trockenpause auf einem sanften Uferstreifen stellte sich heraus, daß das Gummiboot zu steigenden Teilen aus Gummi und immer weniger aus Luft besteht, was auch die freudige Bereitschaft zur Wasseraufnahme erklärte. Beim Ablegen stellt das Boot erneut seine Vorliebe für Bugwellen fremder Motorboote unter Beweis und flutet erneut den Innenraum. An der selben Stelle ein zweites Mal anzulegen erscheint uns dann aber doch zu albern, so daß wir uns angefeuchtet zumindest bis um die nächste Rheinschleife schleppen, um dort kurz zu trocknen.
Das Spiel wiederholt sich, bis wir endgültig genervt einen ausgiebigen Trockenstop einlegen.
|